Der Fall an Amy Lopez – Wie lebt man 32 Jahre damit, ein Mörder zu sein?
Shownotes
Im September 1996 wird die Amerikanerin Amy Lopez (24) auf der Festung Ehrebreitstein ermordet. 32 Jahre später nimmt die Polizei in einem Altenheim Hans S. (81) fest. Er gesteht die Tat. Reporter Tim Specks sprach mit Angehörigen des Opfers und Menschen, die den Täter pflegten.
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00:00:00: Wenn du dann drei Jahrzehnte nicht mal weißt, wer hat denn meine Tochter umgebracht?
00:00:03: Wer war das für ein Mensch?
00:00:04: Was ist ... was hat dazu geführt.
00:00:06: Ich glaube, dass quält dich mehr als ein Mensch vielleicht aushalten kann.
00:00:09: Er hat Handschellen eingepackt und einen Messer eingepackt.
00:00:13: Er wusste, dass er sich jemanden an diesem Tag aussuchen würde.
00:00:16: Drei-Jahrzehntelang weißt du ich habe einen Wort begangen.
00:00:20: Du lebst teilweise wirklich in Blickweite des Tatorts also dort wo du eben diese Tat begangen
00:00:25: hast.".
00:00:26: Im Einsatz
00:00:28: Bildreporter recherchieren wahre Verbrechen.
00:00:32: Mord verjährt nicht und das ist auch gut so, dabei hat sich der Gesetzgeber etwas gedacht.
00:00:37: Ein Mörder, der anfänglich vielleicht noch davonkommt soll sich sein ganzes Leben lang nicht sicher sein, dass er nicht doch noch erwischt und bestraft wird.
00:00:45: Ganz egal wie alt er wird zum Beispiel, einundachtzig Jahre.
00:00:50: So alt wie Hans S., der jetzt gerade in Koblenz vor Gericht steht weil er von mehr als dreißig Jahren eine junge Frau ermordet hat.
00:00:58: Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Folge von im Einsatz, dem neuen True Crime Podcast von Bild.
00:01:04: Ich bin Kai Feldhaus, Reporter bei Bild und Euer Host.
00:01:09: Wir wollen schnell sein!
00:01:10: Wir wollen aktuell sein!
00:01:11: wir wollen über Fälle reden die euch und uns gerade bewegen und wir wollen euch zeigen wie unsere reporter eigentlich arbeiten.
00:01:20: Deshalb sitze ich heute nicht in diesem fancy studio dass ihr vielleicht aus den ersten zwei folgen kennt sondern in einem Ein relativ beengten Raum in der Redaktion, den meine wunderbare Kollegin Farina immer die Kammer des Schreckens nennt.
00:01:33: Vor allen Dingen weil es hier wohl schrecklich warm werden wird.
00:01:36: Wenn ihr uns also im Video zuschaut bei YouTube dann könnt ihr mir hier ganz gemütlich beim Zerlaufen zugucken.
00:01:43: Ich sitze hier und nicht im Studio, weil mein Gesprächspartner heute mal zugeschaltet ist Denn Bildreporter sind nicht nur irre schnell mit den Informationen sondern auch immer irre schnell dort wo Dinge passieren Zum Beispiel in Köln und Umgebung, wo ich jetzt meinen hochgeschätzten Kollegen Tim Specks begrüße.
00:02:00: Hallo Tim!
00:02:00: Schön dass du da bist.
00:02:01: Hallo Kai.
00:02:02: Ich freue mich, dass ich dabei sein darf.
00:02:04: Tim bevor wir loslegen würde ich den Fall gerne einmal kurz zusammenfassen.
00:02:09: Treue True Crime-Hörer werden ihn kennen.
00:02:12: er war ganz lange einer der bekanntesten Cold Cases Deutschlands.
00:02:16: daran hat sich nun etwas geändert denn das kann ich hier schon mal spoilern.
00:02:19: es gibt nun plötzlich einen Täter.
00:02:22: Es geht nun in Mord an der Amerikanerin Amy Lopez.
00:02:26: Amy Lopes stammt aus Texas und ist vierundzwanzig Jahre alt, als sie im Sommer nineteenhundertneunzig allein durch Europa reist.
00:02:33: Im September des Jahres ist sie in Deutschland angekommen und am sechsunzwanzigeren September besucht sie einen der wohl deutschisten aller Orte das Deutsche Eck bei Koblenz wo Rhein- und Mosel sich vereinen.
00:02:45: Amy möchte die Festung Ehrenbreitstein besichtigen.
00:02:47: Das ist eine monumentale Festungsanlage aus den neunzehn Jahrhunderts malerisch einigundachtzig Meter hoch auf einem Felsen über dem Rhein gelegen.
00:02:57: Gegen neune Morgens wird Amy auf einem Weg unterhalb der Festung gesehen, es ist das letzte Mal dass jemand die Amerikanerin lebendig sieht.
00:03:05: Um zehn Uhr fünfzehn finden spielende Kinder die Leiche im General von Asterzimmer – das ist ein damals noch frei zugängliches Gewölbe unterhalb dieser Festungen mit einem etwas versteckten Eingang.
00:03:17: Die junge Frau ist sexuell missbraucht worden anschließend stranguliert und erstochen.
00:03:22: Vom Täter keine Spur, und das wird auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten so bleiben.
00:03:27: Bis im Jahr zwanzigundzwanzig, denn jetzt plötzlich sieht es so aus als habe man Amys Mörder gefunden – als könnte Amys Familie endlich abschließen und Frieden finden!
00:03:39: Tim Hand aufs Herz Wie alt warst du, als der Fall Amy Lopez passiert ist?
00:03:44: Das Ganze ist passiert im September, hier war ich gerade fünf Jahre alt.
00:03:48: Da hatte ich viele Dinge im Kopf aber mit Sicherheit nicht Mordfälle und Reporter sein.
00:03:53: deswegen ja das ist für mich nur eine allerallerfrüßend Kindheit passiert.
00:03:57: Das ist für mich auch ein Vorteil dieses Podcast, dass ich so immer rauskrieche wie alt meine Kollegen eigentlich wirklich sind.
00:04:01: Also Fragen die man während des Alltags so nicht stellt.
00:04:05: Ich war damals neunzehn also ich habe jetzt mein alter auch verraten mit um kurz zu rechnen willst.
00:04:09: Er hatte gerade Abi gemacht und erinnere mich noch sehr gut daran das dieser Fall Schlagzeilen gemacht hat.
00:04:14: Ich komme ja wie du aus NRW.
00:04:16: da war das ein riesen Thema vor allen Dingen das in einer Touristenattraktion am helllichten Tag so was passieren kann und niemand hat irgendwen gesehen.
00:04:24: Das war damals ganz erstaunlich, und es hat sich viele Jahre nicht geändert.
00:04:28: Wann genau bist du denn mit dem Fall zum ersten Mal in Berührung gekommen?
00:04:33: Also wirklich intensiv.
00:04:34: erst vor einem halben Jahr – ich bin jetzt ungefähr zehn Jahre Reporter bei Bild.
00:04:38: In den ersten Jahren meiner Berufslaufbahn bei Bild da ist das immer mal wieder aufgekommen.
00:04:43: Der Fall ist ja auch beaktend, Zeichen XY behandelt worden.
00:04:45: Es gab Fahndungen aber so richtig intensiv mit dem Fall betreut bin ich seit einem halben Jahr da.
00:04:51: es ist ein Zeichen mein Fall geworden wie wir Reporter so gerne sagen.
00:04:55: Da ist nämlich dann bekannt gegeben worden dass es tatsächlich nach mehr als drei Jahrzehnten gelungen ist im Moment muss man auch sagen einen mutmaßlichen Täter zu fassen und seitdem bin ich da eben intensiv verbunden mit diesem fall.
00:05:09: wenn ich mich recht entsinne dann gab es damals eine etwas überraschende Einladung zu einer Pressekonferenz, in der es dann hieß noch wie das immer so ist bei Polizeipressekonferenzen und Staatsanwaltschaft.
00:05:20: Man habe einen mutmaßlichen Täter oder einen Tatverdächtigen festgenommen aber viel mehr Details kam dabei nicht so raus.
00:05:27: Diese Presse-Konferencen sind für gewöhnlich für alle Leute die noch nie also was dabei waren relativ dröge Geschichten.
00:05:33: Aber bei diesem Fall der ja nun Jahre und Jahrzehnte jede Menge Ermittler beschäftigt hat war das ein bisschen anders.
00:05:39: Kannst du uns diese Atmosphäre mal schildern?
00:05:42: Ja, du hast es schon ziemlich perfekt zusammengefasst.
00:05:44: Eine Pressekonferenz ist für uns Reporter auch meist eher einer der ja plattgesagt langweiligeren Termine weil da geht's den Ermittlern in dem Fall dann der Staatsanwaltschaft und den Ermitglern in der Sache Cold Case Im Grunde einfach erst immer darum Informationen preiszugeben heraus zu geben an unsere Reporter-Anjournalisten.
00:06:02: das hat wenig mit Emotionen zu tun.
00:06:05: Es war an dem Tag Ganz anders.
00:06:07: Das war eine sehr eilig einberufende Pressekonferenz und als meine Kollegen und ich dann in der Polizeipräsidium in Koblenz angekommen sind, da haben wir schon gemerkt also das ist heute ein anderer Termin als wir es gewöhnt sind weil eben dieser Fall drei Jahrzehnte lang nicht nur die Bewohner und Anwohner in Koblinz beschäftigt hat sondern auch die Ermittler.
00:06:28: Und was sehr besonders war an diesem Tag ist, gleitet wurde die Pressekonferenz vom Oberstaatsanwalt von Koblenz von Mario Mannweiler und der spielt in der ganzen Sache eine sehr interessante Rolle.
00:06:38: Der hat nämlich ganz am Anfang als man noch nicht wusste wer Hans S. ist dieser Täter hatte er ihn im Prozess schon mal gegenüber von sich sitzen denn er war schon mal anklarender Staatsanwaltung In einem anderen Fall aber mit demselben Täter.
00:06:51: Und der hat uns dann, das ist relativ ungewöhnlich für den Oberstaatsanwalt schon echt sehr tiefe Einblicke in seinen Gefühlsleben gegeben.
00:06:59: Er sagte ich bin sowas von erleichtert dass wir diesen Fall jetzt endlich aufklären konnten.
00:07:03: Das ist nicht nur die Region für die Einwohner von Koblenzen eine Erleichterung sondern auch für mich, auch für meine Ermittler, dass wir diesem Mann jetzt mutmaßlich verdächtigen Ding festgemacht haben.
00:07:14: also da konnte man wirklich merken, dass dieser Mann als Ermittlerechten Stein vom Herzen gefallen ist ja
00:07:20: Nach mehr als dreißig Jahren, also einen Festtag für alle die daran beteiligt waren.
00:07:24: Bevor wir über diesen Verdächtigen sprechen konnten die Ermittler den Rekonstruieren was an diesem sechsten zwanzigsten September und Jahr four neunzig in diesem General von Asterzimmer und davor wirklich passiert ist?
00:07:38: Ja, das konnten sie.
00:07:39: Das war auch eine Menge an Ermittlungsarbeit und am Ende konnten Sie aber so einen sehr, sehr detaillierten Ablauf dieser Tat rekonstruieren.
00:07:48: dabei hat nicht nur ihre eigene Ermittungsarbeit geholfen sondern letztlich auch der Täter, der schon beschrieben hat was er gemacht hat und sehr offen mit der Tat umgeht.
00:08:00: Letztlich muss man sagen Amy Lopez waren Zufallsopfer für Hans S. Es ist wohl so gewesen, dass er morgens um neun Amy Lopez an der Brusshaltestelle gesehen hat.
00:08:11: Sie war damals als Touristin in Deutschland.
00:08:14: Sie hatte eine Art Europatur gemacht und wollte eben die Festung Ehrenbreitstein morgens besuchen.
00:08:19: Wollte dann am Abend auch in der Jugendherberge, die in dieser Festung ja inkludiert ist schlafen Und sie war ganz klassisch wie eine Touristinnen mit einem Rucksack zu erkennen an dieser Festungen unterwegs und hatte sich wohl ein bisschen verloren.
00:08:34: Und Hans S. ist das aufgefallen?
00:08:36: Hans S hatte wohl, dass haben die Ermittlungen nachher auch preisgegeben schon den Tagplan gefasst, dass er an diesem Tag so schlimm das klingt eine Frau vergewaltigen wollte.
00:08:47: Er hat dem Gutachter bzw der Gutdachter hat es dann nachher im Prozess schon so preis gegeben, dass ich zitiere keinen Bock auf Arbeit hatte an diesem tag.
00:08:55: und er hat dann Amy Lopes wohl an einer Bruchshalte Stelle gesehen, hat ihr gesagt, dass sie auf dem falschen Weg ist.
00:09:02: zur Festung und hat gesagt, ja hier geht es nicht lang.
00:09:05: Du musst hier und oben
00:09:06: lang.".
00:09:06: Und hat sie dann eben in dieses Zimmer geführt.
00:09:09: da ist es dann zu dieser schrecklichen Tat gekommen.
00:09:13: Nachdem er sich dann eben sexuell missbraucht und auch mit einem Messer oder Stein getötet hat, hat der dann seine Tatwaffe also das Messer Handschellen, die er zum Fesseln seines Opfers benutzt hat und auch eine Hose und ihre Unterhose in den Reihen geworfen.
00:09:27: Und ist dann mit seinem Fahrrad wieder vom Tatort verschwunden.
00:09:30: Also man kann mittlerweile schon fast minütlich genau rekonstruieren was an diesem Tag passiert ist.
00:09:37: Klassischer Fall also von zur falschen Zeit am falschen Ort?
00:09:40: Das macht das noch mal ganz besonders tragisch finde ich.
00:09:43: Also ein paar Minuten später oder andere Zeugen dabei, dann wäre das vielleicht alles nicht passiert.
00:09:48: Genau, das ist es.
00:09:49: Also Amy Lopez war in diesem Morgen in den falschen Minuten einfach alleine hat sich dann ja leichten Gewissens einfach einem Menschen der sich offenbar auskannte von die sie zumindest dachte dass er sich auskannten dort anvertraut wollte eben einfach nur zu dieser Festung und Ist dann eben an ihren späteren Mörder geraten.
00:10:07: Das ist im Rückblick wirklich wirklich tragisch gelaufen.
00:10:11: Im Nachhinein, du hast es gerade gesagt, hat er die wichtigsten Tata-Aservate im Reihen versenkt.
00:10:15: Da liegen sie mutmaßlich immer noch und dadurch dass sich Täter und Opfer gar nicht kannten – das kennen wir aus vergleichenden Ermittlungen – macht es das für die Ermittler ungeheuer schwierig, Täter zu fassen.
00:10:28: Hans Es ist ja nun auch wirklich eine ganze Weile damit davon gekommen.
00:10:32: Dann haben Sie ihn aber doch erwischt!
00:10:34: Kannst Du einmal erklären wie die Ermittler dem Mann nach all diesen Jahrzehnten auf die Spuren gekommen sind?
00:10:41: Ja, es ist eine Mischung aus wirklich hervorragender Ermittlerarbeit und dann letztlich auch dem schlechten Gewissen des Täters.
00:10:48: Das muss man ganz klar so benennen.
00:10:50: Er war dann ja fast drei Jahrzehnte eben gar nicht auffällig zumindest in Verbindung mit diesem Fall.
00:10:58: Und dann ist es so das erleben wir immer wieder dass die ermittler im Zuge oder in der Entwicklung ihrer Ermittlungsarbeit immer weiter Fortschritte machen.
00:11:06: und letztlich war es dann eben die klassische DNA-Spur, die die Ermittler auf die Spur von Hans S. geführt haben was in dem Fall total interessant ist.
00:11:16: er hat freiwillig in der Ermittungsarbeit eine DNA-Probe abgegeben.
00:11:20: In den Jahr zwanzig war man fähig an der Innenseite des Oberschenkels hatte man damals schon bei Aufnahme der Spuren DNA gefunden hatte, aber damals in den Jahr nineteenundneunzehn und vierhineinzig noch nicht die Möglichkeit solche minimalen Spuren irgendwie zu verwerten.
00:11:37: Das ist dann erst Jahrzehnte später möglich gewesen und zweiundzwanzig war man eben in der Lage diese kleine Spur so zu verwerte, dass man sie wenn man jemand anderen hat, der dieselbe DNA hat mit diesem Fall in Verbindung bringen kann.
00:11:50: Und dann hat Hans S tatsächlich zu dieser Massentestung von möglichen Verdächtigen im Raumkupplenz selber freiwillig DNA abgegeben, das hat uns dann auch verwundert weil ihm muss klar gewesen sein wenn die DNA-Spur an der Leiche damals so eindeutig war und er seine DNA abgibt, dann wird man ihn fassen.
00:12:08: Das muss ihm klar gewesen sind.
00:12:10: auch in seinem hohen Alter sage ich mal und wir haben das natürlich auch gefragt in einer Pressekonferenz warum gibt jemand quasi sehenden Auges seine DNA.
00:12:20: Wenn er weiß, ja gut wenn ich das jetzt mache dann werde ich in ein paar Monaten einfach gefasst weil Der fühlt kein Weg dann vorbei.
00:12:26: und auch die Ermittler sagen ja, es kommt eben vor dass die Leute sich entweder sehr sicher sind das die Methoden immer noch nicht so ausgereift sind.
00:12:34: Dass diese Spur reicht oder aber so hat sie sich jetzt im Nachhinein herausgestellt.
00:12:38: Das ist jetzt beim Prozessauftakt klar geworden.
00:12:40: Hans S der wollte im Grunde gefasst werden.
00:12:42: Ja das hat auf ihm gelastet Auch wenn er sich nicht gestellt hat.
00:12:46: drei Jahrzehnte lang Hat das schon wirklich an ihn genagt was er verbrochen hat und er hat dann letztlich mit dieser Mit dem Abgeben dieser DNA-Probe einfach darauf gehofft, okay jetzt machen wir den ganzen Spuk hier mal Ende und ich hoffe dass sich dann erwicht werde.
00:12:59: Psychologisch hochinteressant hätte auch einfach zur Polizei gehen können sagen können.
00:13:02: Ich war es übrigens, hätte denen die Arbeit erspart aber die Ermittler quasi mit diesem Move auf seine Spur zu bringen oder draufzuzocken Naja wenn sie mich jetzt kriegen dann kriegen Sie mich halt aber vielleicht ja auch nicht finde ich wirklich spannend.
00:13:13: Ich bin sehr gespannt, ob das im Rahmen des Prozesses noch mal aufgeklärt wird was ihn da angetrieben hat.
00:13:18: aber du sagst es die DNA-Spur wurde in fourneinzig gesichert konnte aber nicht ausgewertet werden.
00:13:25: den Ermittlern spielt dabei in die Karten dass Hans erst kein Unbekannter war.
00:13:28: in den Jahren danach ist er dann doch nochmal aufgefallen weil seine DNA musste ja auch irgendwo registriert sein damit man sie abgleichen kann.
00:13:35: wie genau war das?
00:13:37: Genau auch da ist es wieder so ein bisschen.
00:13:40: Ich möchte nicht sagen, es war ein Zufall.
00:13:41: Aber er hat tatsächlich.
00:13:43: fünf Jahre später saß er dann in einem Prozess wegen versuchter Vergewaltigung.
00:13:48: Er hat dann, in der Jahr und neunundneinzig versucht eine sechzehnjährige zu vergewaltigen.
00:13:52: Sie konnte sich zum Glück noch selber vor dieser Tat retten.
00:13:55: Ist dann aber eben gefasst worden und saß dann im Prozess gegenüber von damals noch Staatsanwalt Mario Mannweiler, der ja jetzt in dem Fall der Oberstaatsanwaltung war.
00:14:04: mittlerweile.
00:14:06: Damals war es schon so, dass er wohl seit Anfang der Sechziger eine ziemlich fette kriminelle Akte hatte.
00:14:13: Er hat Autoaufbrüche begangen und versuchte Vergewaltigungen auf den Kerpholz gehabt – auch verendete.
00:14:20: Allerdings konnte man ihn damals in Anführungszeichen nur zu sieben Jahren verurteilen wegen dieser versuchten Vergewaltung, weil die Taten, die man vorher schon nachweisen konnte, eben zu lange her waren.
00:14:30: Das hat sich dann also nicht aufsummiert zu einer längeren Strafe oder Sicherungsverwahrung, sodass er dann wieder freigekommen ist.
00:14:38: Und dann kam noch mal ein entscheidender Punkt denn seine DNA war zwar damals in den Akten und für die Ermittler zugänglich aber in den nächsten Jahren bis zum Jahr zwanzig musste man so ist die Gesetzeslage in Deutschland.
00:14:50: irgendwann müssen diese DNA Spuren auch wieder gelöcht werden aus dem Akten.
00:14:53: das heißt Die Ermittlern hatten gar keine Chance mehr auf ihn zu kommen.
00:15:09: Das ist ja
00:15:20: auch irre.
00:15:20: Sie hatten ihn schon und weil der Datenschutz sagt, wir müssen es löschen, hätte jetzt möglicherweise sein Lebensende ... im Altenheim vor sich hinleben können.
00:15:29: Da kommen wir an einen Punkt, den du hast gesagt in der Pressekonferenz wurde gar nicht so irre viel über diesen Täter verraten.
00:15:36: aber jetzt beginnt die Arbeit des fleißigen Reporters.
00:15:40: Du hast versucht herauszufinden wer dieser Hans ist und wo er und wie er vor seiner Festnahme gelebt hat.
00:15:47: was hast du rausgefunden?
00:15:50: Ja hans s ist dann tatsächlich.
00:15:52: das ist fast schon gruselig wenn man heute überall nachdenkt wenige Jahre nach der Tat auf der Festung, tatsächlich ganz nah in die Nachbarschaft dieser Festungen gezogen.
00:16:02: Er hat letztlich so zweieinfünfzig dreihundert Meter entfernt von den Festungen Ehrenbreitsteinen gewohnt also da wo er Amy Lopez umgebracht hat dann erst mal in Anführungszeichen Seelen ruhig mit seiner Frau gelebt war offenbar unberührt von dem was sie da getan hat und davon dass er quasi jedes Mal wenn er aus der Haustür geht Den Ort sieht, an dem er einen Menschen missbraucht und dann getötet hat.
00:16:24: Das hat sich scheint ihnen also nicht wirklich berührt zu haben.
00:16:28: Wir haben dann tatsächlich auch das ist mittlerweile bekannt dass Nachbarn Die neben ihm gewohnt haben die wussten natürlich auch nicht wer ist.
00:16:37: Also Nachbaren haben gesagt sei halt aufgefallen weil ich zitiere ein geiler alter Sack sei.
00:16:41: also der ist schon tatsächlich unangenehm aufgefallen, aber zwischen geilem alten Sack und einem Menschen der Menschen tötet.
00:16:49: Da gibt es immer noch einen Unterschied.
00:16:50: also dass da hier wirklich jemand lebt, der Amy Lopez auf den Gerissen hat das wusste niemand in der Nachbarschaft.
00:16:56: er ist dann jahre später mit seiner Frau in ein Altenheim gezogen.
00:17:01: auch dort wussten natürlich die Pflegerinnen Die Ärzte die Betreuer nicht wen sie davor sich haben Also dann quasi immer noch unter dem Deckmantel des ... des Seniors, der Hilfe braucht im Altenheim gewohnt.
00:17:13: Seine Frau ist dann irgendwann verstorben und auch danach ist er nicht irgendwie unangenehm aufgefallen.
00:17:17: Ich habe die Chance gehabt in dem Altenheim mit einer der Mitarbeiterinnen zu sprechen über diesen Mann.
00:17:24: Auch sie sagte natürlich sofort ja wir wissen wen sie meinen wenn sich nach jemandem Fragen festgenommen wurde... Leitungen des Altenheims, die wollte natürlich nicht zu viel sagen im Grunde gar nichts.
00:17:35: Weil auch für so ein Altenheimer ist natürlich ein absoluter Schock wenn plötzlich die Kriminalpolizei vor der Tür steht und einen Senior, einen betagten Menschen abführt von dem man eigentlich glaubt ja er lebt hier und lässt sich pflegen Und letztlich kommt raus.
00:17:48: wir haben hier über Jahre hin ein Mörder in unseren Zimmern Leben gehabt.
00:17:52: das ist natürlich Ja Ein absoluter schock für die Belegschaft und dass hat man auch Monate später als ich dann mit den Leuten dort sprechen konnte gemerkt, dass die wirklich mitgenommen waren und nicht gemerkt haben, wen sie da tagtäglich versorgt haben.
00:18:05: Das heißt im Altenheim hat sich Hans S. vorkommen unauffällig benommen?
00:18:09: Absolut!
00:18:09: Der hat sich absolut unauffellig genommen.
00:18:13: Die Leute haben nicht gemerkt, wen Sie dort haben.
00:18:15: er ist letztlich auch... wirklich pflegebedürftig wohl gewesen.
00:18:19: Ich habe mit dem Anwalt von ihm auch sprechen können, er ist mittlerweile so gesundheitlich beeinträchtigt dass er auch im Prozess Pausen braucht das er ärztliche Betreuung braucht der ist schon aus dem Gefängnis zum Prozess hin zum Gerichtssaal nur in ärztlicher Betreuungen bringt.
00:18:34: also man konnte ihn nur in ähnliche Betreuerung dorthin bringen weil er eben mittlerweile deutliche Zeichen einfach des Alter werden zeigt.
00:18:41: er ist im Rolator im prozess angekommen und ja es war ein anführungszeichen nach außen Absolut unbescholtener Senior.
00:18:50: Die gute Nachricht für Amy's Familie in den USA ist ja nicht nur, dass der Mörder gefasst ist sondern auch das er nicht schweigt oder die Tat sogar leugnet.
00:18:59: Dass man ihm jetzt also noch Haar klein nachweisen muss.
00:19:01: Dazu hast du mit seinem Anwalt Volker Klein gesprochen, der uns ein Zitat dazu zur Verfügung gestellt hat.
00:19:10: Das wollen möchte ich uns einmal ganz kurz hier vorspielen.
00:19:13: Mein Mandant räumt die ihm vorgeworfene Tat, nämlich Amy Lopez ermordet zu haben in vollem Umfang ein.
00:19:21: Mein Mandat erhofft
00:19:22: sich nach
00:19:23: Urteilsvergündung auch weltlich endlich mit dem Fall abschließen
00:19:28: zu
00:19:28: können.".
00:19:29: Da sagt der Anwalt im Grunde das was du auch beschrieben hast dass da sich vielleicht jemand das Gewissen ein wenig erleichtern wollte.
00:19:38: Vor Gericht muss er trotzdem?
00:19:40: In Koblenz wird Hans Esk gerade der Prozess gemacht und dort hat unsere gemeinsame Kollegin Claudia Deetsch den Mann gesehen, der zugibt Amy Lopez ermordet zu haben.
00:19:50: Ich habe auch Sie gebeten uns ihre Eindrücke vom Mörder aus dem Altenheim kurz zu schicken und auch das hören wir uns jetzt einmal kurz
00:20:06: an.
00:20:08: Ja, er ist gebrechlich.
00:20:10: Ja... Er ist schwerhörig!
00:20:13: Aber er weiß ganz genau was er sagt und was er vor allem nicht sagen möchte.
00:20:17: Als der Staatsanwalt die Anklage verlas, hörte er zu, wirkte er fast teilnahmslos.
00:20:22: Und es schien ihn auch nichts berühren als klar dargestellt wurde wie grausam Amy ermordet wurde.
00:20:27: Anders war's, als der Psychiater und Gutachter vor Gericht aussagte.
00:20:32: Ihm hatte Hans S bereits in Untersuchungsaft in mehreren Gesprächen gestanden Amy getötet zu haben.
00:20:39: Ganz am Ende band es sich der Psychiater auch noch mal ganz direkt an den Angeklagten, sprach von dem einsamen Raum und fragte ob das der perfekte Tatort gewesen sei.
00:20:50: Hans Es sagte ja denn da hätte keiner gehört wenn Amy schrien
00:20:55: hätte.".
00:20:57: Deckt sich das im Grunde mit den Eindrücken die du über Hans Es gesammelt hast?
00:21:01: Ja, ich habe ja kurz vor dem Prozess die Chance gehabt mit dem Anwalt auch ein paar längere Minuten zu sprechen.
00:21:08: Und das Interessante ist A – er hat ihn auch in den ersten Vergewaltigungsprozessen schon vertreten.
00:21:14: Er kennt ihn also jetzt mittlerweile auch seit dreißig Jahren und er hat wirklich gesagt diese Akte….
00:21:20: Das ist unfassbar.
00:21:20: was, was dieser Mann in seinem Leben an kriminalen Taten angesammelt hat!
00:21:26: Und es steht ja auch schon in der Anklage beziehungsweise neben, was der Oberstaatsanwalt gesagt hat ist.
00:21:32: Der Hans S., der wusste, was er gemacht hat und er wusste was er tun wird.
00:21:36: Er hat geplant, er hat Handschellen eingepackt, er hatte einen Messer eingepacked.
00:21:41: Er wusste dass er sich jemanden an diesem Tag aussuchen würde und er hat zwar nachher auch gesagt das er sich nicht vorstellen könnte, dass er jemand sei, der jemand umbringt.
00:21:49: aber wenn ich schon ein Messer mitnehme und Handschelle dann ist es schon geplant.
00:21:53: was ich davor habe Der Gutachter hat ihm ja attestiert, dass er eine chronische Gewaltigungsdisposition und ein Problem mit dem Bedürfnis aufschubt.
00:22:03: Also der mag vielleicht in Anführungszeichen Probleme haben aber er ist absolut und voll schuldfähig.
00:22:10: Das zeigt einfach nochmal mit welcher Kaltblütigkeit Hans Es damals geplant hat das zu machen.
00:22:17: Was mich die ganze Zeit umtreibt während du das so erzählst, ist hier die Tatsache.
00:22:20: also in den Jahr Wenig später wurde er gefasst, weil er eine sechzehnjährige Vergewaltigen wollte.
00:22:27: Er hat ein Problem mit dem ich zitiere Bedürfnis auf Schub.
00:22:31: Geht man davon aus dass Hans ist zwischen nineteen sechsund neunzig und zweitausend zwanzig keine weiteren Straftaten begangen hat oder?
00:22:38: Nein also ob man davon ausgeht er hatte ja schon in den sechziger und siebziger Jahren ist er schon kriminell aufgefallen Und er hat damals auch schon im Prozess gesagt, ihr habt mir ja gar nicht alles nachweisen können.
00:22:52: Ich hab Dinge gemacht von denen wisst ihr alle gar nichts.
00:22:55: ob man jetzt davon ausgeht dass er nichts gemacht hat oder nicht das ändert nichts daran dass es einfach sehr wahrscheinlich ist dass er in der Zwischenzeit auch noch Dinge getan hat.
00:23:02: da werden vielleicht noch Dinge ans Tageslicht kommen die er noch aus freien Stücken erzählen wird.
00:23:08: was ich interessant war das haben wir eben in der Sprachnachricht des Anwalts gehört.
00:23:12: Er hat gesagt er möchte sich jetzt auch weltlich sozusagen von dieser Tat lösen.
00:23:17: Ja, als er gefasst wurde darum gebeten dass er eine Beichte in der Küche ablegen kann.
00:23:20: Also ihm scheint das wirklich irgendwie dann doch nahe zu gehen.
00:23:24: Das heißt aber nicht, dass er auch noch nach neun neunzig Dinge getan hat von denen wir im Moment noch gar nichts wissen, das werden die Prozess-Tage zeigen.
00:23:32: Dann kann man nur hoffen, dass das schlechte Gewissen ihn so sehr plagt, dass jetzt mal ganz rein ein Tisch macht bevor ... äh ... in den Einen und Achtzig da ist ja nun das Lebensende auch absehbar, bevor er es mit ins Grab nehmen sollte.
00:23:43: Wie sehr dieser Fall Amy Lopez?
00:23:46: Koblenz und die Region beschäftigt.
00:23:48: Das hat unsere Kollegin Claudia Dettsch, die wir gerade schon gehört haben am ersten Prozesstag erlebt.
00:23:53: ich habe sie gebeten uns die Atmosphäre vor Gericht mal zu schildern was da los war als Sie da ankamen und auch das hat sie uns einmal in einer Sprachenerricht geschickt.
00:24:03: Schon vor dem Eingang zum Landgericht Koblenze waren eine lange Schlange von Menschen die diesen Prozess wollten.
00:24:09: so etwas habe ich dort noch nie erlebt.
00:24:11: es dauerte fast eine halbe Stunde, bis man durch die Sicherheitsschleuse durch war.
00:24:15: Und dann auch im ersten Stock vor der Sitzungshalle.
00:24:17: hundertdachendzwanzig war schnell klar das nicht jeder, der gerne wollte in den Prozess konnte – denn die Plätze sind einfach begrenzt leider!
00:24:26: Im Gerichtssaal war die Stimmung fast aufgeheizt.
00:24:29: Ich hatte den Eindruck dass die meisten sich wünschen, dass dieser Mann endlich für das büsen muss was er vor einund dreißig Jahren getan hat.
00:24:37: Nicht im Gerichtszahl waren Amy's Bruder und ihr Vater.
00:24:41: Sie sind Nebenkläger, ließen sich aber von ihren Anwälten vertreten.
00:24:45: Es kann sein, dass sie einfach nicht ertragen haben an diesem Tag den Mann gegenüberzusitzen der ihnen das Liebste genommen
00:24:57: hat.".
00:24:58: zu einem Verfahren kommen würde.
00:24:59: Daran haben nicht so ganz viele Menschen geglaubt und wohl auch nicht Amys Familie, obwohl die sich immer wieder darum bemüht hat dass dieser Fall nicht in Vergessenheit gerät.
00:25:09: das Vater und Bruder sind auch immer wieder nach Deutschland gereist um Aufmerksamkeit für dieses Verbrechen neu zu entfachen und dass das jetzt noch passiert.
00:25:24: damit war wohl hat wohl die Familie auch nicht gerechnet.
00:25:28: Claudia, die Kollegin, die wir gerade gehört haben, hat vor dem Gericht einmal mit den Anwälten der Familie von Emilopes gesprochen, die mal ganz kurz umrissen haben wie das bei Vater und Bruder wohl angekommen ist, dass es jetzt noch ein Verfahren gibt.
00:25:47: Also zum detaillierten Gefühlsleben aus dem Mandat möchten uns an dieser Stelle so nicht äußern.
00:25:52: insgesamt und allgemein kann man sicher sagen dass das ein Fall ist oder wir jetzt in einem Prozess sind, mit dem so nicht mehr viele gerechnet haben.
00:26:06: Tim, du hattest nach der Festnahme selbst Kontakt zu Emmys Vater?
00:26:09: Was kannst du über die Familie berichten und was haben sie gesagt als du dich bei ihnen gemeldet hast?
00:26:14: Tatsächlich war es so, dass ich relativ schnell nach der Bekanntgabe, dass Hans erst festgenommen wurde, es geschafft habe, Kontakt zur Familie herzustellen.
00:26:23: Die leben in Texas an den USA Und der Vater Robert hat mir dann gesagt, dass sie natürlich erst einmal absolut erleichtert sind.
00:26:29: Dass es jetzt womöglich dazu kommt, dass jemand für den Mord seiner Tochter verurteilt wird.
00:26:36: Es war große Dankbarkeit für die Ermittler da.
00:26:39: Die haben gesagt wirklich also Gott bless them!
00:26:41: Also Gott segne sie.
00:26:42: ist das tatsächlich so, dass Sie ja dreißig Jahre lang darauf gehofft haben, dass endlich jemand zur Rechenschaft gezogen wird und was das Ganze auch ein bisschen... Noch tragischer macht ist, dass der Papa von Amy... ...der hat ihr damals dieser Europareise erst geschenkt.
00:26:59: Also wenn man so will, hat er da sozusagen erst in Anführungszeichen für gesorgt,... ...dass Amy nach Europa gekommen ist.
00:27:04: Sie hat damals gerade ihr Medizinstudium abgeschlossen gehabt.
00:27:08: Und sozusagen als Geschenk, als Belohnung hat ihr dann diesen Trip nach Europa geschenkt.
00:27:12: Hat tatsächlich am Tag vor der Tat noch mit Amy telefoniert.
00:27:17: Sie war wohl absolut begeistert von diesem Trip.
00:27:19: War gut drauf wollte noch nach Barcelona weiterreisen um dort ihren Bruder zu treffen und ja dazu ist es nicht gekommen.
00:27:26: und wenn man sich dann denkt dass der Papa seit dreißig Jahren darauf hofft das der Mörder seiner Tochter gefunden wird Dann kann man sich schon vorstellen, wie groß die Erleichterung war als es dann eben hieß.
00:27:36: Wir haben mutmaßlich den Täter gefunden.
00:27:39: Die Polizei hat dann... ...die Familie auch nachdem Hans Eskel festgenommen wurde im Altenheim erstmal per Videokonferenz sofort informiert und die sind natürlich absolut glücklich.
00:27:48: aber dass sie dem Mörder ihrer Schwester und ihrer Tochter nicht eins zu eins gegenüber sitzen können im Gerichtssaal das kann man vielleicht auch verstehen.
00:27:56: Dennoch verfolgen sie natürlich den Prozess und hoffen einfach darauf, dass Hans S jetzt eben seiner Strafe zugeführt wird.
00:28:03: Es sind ja noch ein paar Prozest Tage.
00:28:05: möglicherweise wird der Prozess abgekürzt, weil Hans S geständig ist und gesagt hat das erst getan hat.
00:28:10: da kann man sich diese umfangreiche Beweisaufnahme ein bisschen sparen.
00:28:15: Glaubst du, dass die Angehörigen noch kommen werden?
00:28:19: Ich glaube schon.
00:28:20: es ist halt immer wieder auch so ein bisschen durchgeblitzt in dem was der Vater von Amy so gesagt hat, abschließen möchten und dass sie sich gut vorstellen können, dann eben wenn es zu einer Verurteilsverkündung kommen wird das sie dann auch dabei sein wollen um selber nochmal abzuschließen.
00:28:36: Das kann ich mir schon sehr gut vorstellen.
00:28:38: Was wir auch noch wissen, ist das die Asche von Amy.
00:28:41: Die hat der Papa damals nachdem sozusagen... ...die Ermittlungsarbeit an der Leiche durch war im Fluss Parana.
00:28:49: Das ist in Argentinien verstreut.
00:28:50: Sie haben argentinische Fritz und die Familie.
00:28:53: Ihre Großeltern sind auch schon dort verstreuert.
00:28:55: Der hat gesagt er hat auch die Aschle von seiner Tochter also Amy dort verstreut und auch er selber möchte dann wenn er dann irgendwann nur verstorben ist jetzt fünfundachzig Also er ist quasi fast selten alter wie der Täter.
00:29:06: Auch er möchte dann, dass seine Asche in diesem Fluss am Ende landet und dann würde sich so eine Art Kreis schließen.
00:29:12: Also ich glaube schon, dass es der Familie am Ende wichtig sein wird zumindest bei der Urteilsverkündung dabei zu sein wann genau die ist.
00:29:17: das ist offen.
00:29:18: du hast schon angekündigt Der Prozess wird wahrscheinlich ein bisschen abgekürzt werden Das hat auch der Anwalt von Hans S schon gesagt weil auch Hans S eben nicht möchte, dass das Ganze jetzt unnötig in die Länge gezogen wird Und auch ihm ist so ein bisschen daran gelegen.
00:29:32: okay wir machen jetzt hier in Anführungszeichen wortwörtlich schnellen Prozess, weil auch er eben einfach damit abschließen will.
00:29:40: Es ist der Familien nur zu wünschen dass sie nach all den Jahren jetzt mal Abschluss finden und Frieden finden und auch wenn es nicht keine Linderung gibt für das was passiert ist zumindest sind Sie jetzt im Klaren was wann passiert ist?
00:29:51: Und sie sind ihm klaren dass jemand dafür bestraft wird was er getan hat.
00:29:55: Das sind das du gerade gesagt Amy's Vater, Fünfund Achtzig.
00:29:57: Amy ist Bruder.
00:29:58: Amys Mutter ist schon vor ihrem Tod verstorben.
00:30:00: also die Familie ist jetzt auch nicht mehr sehr groß sind jetzt nur noch der Vater und der Bruder übrig.
00:30:06: Tim du hast dich ja sehr intensiv mit diesem ganzen Hintergründen befasst auch mit all den Jahren dazwischen bist du nochmal eingetaucht hast mit dem Menschen gesprochen die Amy verloren haben?
00:30:16: was mit dem menschen gesprochen die Hans erst den Täter kennen?
00:30:19: Was hat dich persönlich am meisten berührt und bewegt?
00:30:25: Ja, also wenn wir von berührt und bewegt sprechen ist es einmal einfach dieses Schicksal der Familie.
00:30:29: Du hast es gerade gesagt er Vater hat erst seine Frau verloren hat dann seine Tochter verloren Und Es ist Ohne dass ich mir jetzt anmassen würde das selber nachempfinden so können.
00:30:39: aber Ich kann mir vorstellen Wenn du deine tochter verlierst ist es schon unglaublich schlimm schon schwer zu ertragen.
00:30:45: Aber wenn nur dann drei Jahrzehnte nicht mal weiß wer hat denn meine Tochter umgebracht?
00:30:48: Wer war das?
00:30:49: was war das für ein Mensch?
00:30:50: Was ist was hat dazu geführt?
00:30:51: ich glaube dass dass quält dich mehr als ein Mensch vielleicht aushalten kann.
00:30:55: Das ist schon bei aller journalistischen Neutralität, die wir als Reporter natürlich an den Tag legen wollen.
00:31:00: das geht einem nahe wenn man einfach sich überlegt drei Jahrzehnte lang weiß ich nicht genau was passiert ist.
00:31:05: Das es schon einfach kaum zu ertragen glaube ich für einen Menschen.
00:31:08: und was mich auch wirklich überrascht hat is Hans S wie er denn leben konnte?
00:31:14: Drei Jahrzehnte lang weißt du Ich habe einen Mord begangen.
00:31:18: Du lebst teilweise wirklich im Blickweite des Tatorts, also dort wo du eben diese Tat begangen hast.
00:31:24: das siehst du jeden Tag wenn du Brötchen holen gehst und wir wissen ja mittlerweile dass irgendwas in ihm war das wollte dass er erwicht wird sonst hätte er die DNA-Probe nicht abgegeben sonst würde er jetzt auch nicht so oft sagen ich will damit abschließen und gleichzeitig hat er nie die Kraft oder die Muße oder den Mut gefunden sich selber zu stellen.
00:31:46: im Balance in dem Ganzen, das ist schon verrückt.
00:31:49: Das bringt mich zur vielleicht wichtigsten Frage am Schluss der auch weit über diese spezielle Tarte bei diesem Fall hinausgeht was sagt der Fall Emilopes und die Art und Weise wie er jetzt gelöst wurde über moderne Entwicklungsarbeit aus?
00:32:03: Ist dieser Fall stellvertretend dafür dass es für manche Täter dann am Ende einfach doch kein Entkommen gibt dass da draußen möglicherweise noch weitere Menschen, die solche Taten begangen haben, zittern sollten.
00:32:14: Denn es gibt jetzt einfach ganz neue Möglichkeiten, ihnen auf die Schliche zu kommen?
00:32:19: Ja also das als Reporter erlebt man ja, dass sich wie ich sage mal im groben kriminelle Menschen und ihre Machenschaften immer weiterentwickeln.
00:32:28: Also neue Methoden, wie man versucht nicht entdeckt zu werden, neue Methodien, wie Man versucht zu fliehen.
00:32:34: Die gute Nachricht ist aber für uns alle, die keinen Dreck am Stecken haben auch die Ermittler arbeiten.
00:32:39: Auch die Ermitler entwickeln ihre Methoden weiter.
00:32:42: Die sind immer dabei ab to date zu sein und sagen nicht okay wir haben jemanden nicht gefunden dann Cold Case und dann ist das jetzt eine Aktenleiche sondern die versuchen immer wieder mit neuen Methoden auch Tätern auf die Spur zu kommen, die vielleicht vor zehn, zwanzig oder in dem Fall einen dreißig Jahren ein Tag begangen haben.
00:32:59: also sicher fühlen kann sich niemand Kein Mörder, im Ort verjährt nicht.
00:33:03: Das hast du ganz am Anfang schon gesagt und dieser Fall ist das perfekte Beispiel dafür, dass es nicht nur juristisch nicht verjert sondern dass die Ermittler eben auch weiter dran bleiben bis jemand gefunden und bestraft wird.
00:33:16: Keinen Mördern kann sich sicher fühlen, das ist eine sehr schöne Botschaft ein sehr schönes Schlusswort, dass wir hier aussehen.
00:33:20: lieber Tim ich danke dir ganz herzlich für diese Einblicke für dieses Gespräch.
00:33:24: Wir bleiben dran.
00:33:25: wenn es Neues zu verkünden gibt dann werden wir das tun Und euch da draußen danke ich ganz herzlich fürs Zuhören.
00:33:31: Wenn euch im Einsatz gefällt, dann abonniert den Podcast gern damit ihr keine Folge verpasst.
00:33:37: und sonst sage ich bis zum nächsten Mal hören uns
00:33:40: machts gut Im Einsatz.
00:33:45: Bildreporter recherchieren wahre Verbrechen.
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